Mittwoch, 1. Mai 2013

[Rezension] Vollendet - Neal Shusterman




Titel: Vollendet
Autor: Neal Shusterman
Verlag: FISCHER Sauerländer
ISBN: 978-3411809929
Seiten: 423 Seiten
Preis: 16,99€
Gebundene Ausgabe
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Dieser Band ist der erste Teil einer Reihe.



»Ich habe einen Freund, der braune Augen sucht, weil seine Freundin seine nicht mag«, sagt er dann. »Er ist ein anständiger Kerl – du könntest es schlechter treffen.« 

Inhalt:


"Der 16-jährige Connor hat ständig Ärger. Risa lebt in einem überfüllten Waisenhaus. Lev ist das wohlbehütete Kind strenggläubiger Eltern. So unterschiedlich die drei auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind auf der Flucht. Vor einem Staat, in dem Eltern ihre Kinder im Alter von 13 bis 18 Jahren umwandeln lassen können. Die Umwandlung ist schmerzfrei. Jeder Teil des Körpers lebt als Organspende in einem anderen Organismus weiter. Aber wenn jeder Teil von dir am Leben ist, nur eben in jemand anderem ... lebst du dann, oder bist du tot?"

Meine Meinung:



Allgemein:
Connors, Risas und Levs Geschichte spielt nach einem großen Krieg zwischen Abtreibungsbefürwortern und Abtreibungsgegnern in einem Amerika der Zukunft. Als „Friedensvertrag“ wurden Abtreibungen verboten und die sogenannte Umwandlung ins Leben gerufen. Bei der Umwandlung handelt es sich quasi um eine Vollorganspende (und eine „nachträgliche“ Abtreibung), die an 13- bis 18-Jährigen Jugendlichen mit Zustimmung ihrer Eltern durchgeführt werden kann.

Das Buch beginnt actionreich indem man direkt in das Leben des 16-Jährigen Connor Lassiter, der umgewandelt werden soll, eintaucht. Connor, der –verständlicherweise – nicht allzu begeistert von seiner bevorstehenden Umwandlung ist beschließt zu fliehen. Auf dieser Flucht begegnet er dem Waisenmädchen Risa, das Geldkürzungen zum Opfer fällt, sowie dem Zehntopfer Lev. Im Gegensatz zu Connor und Risa findet Lev nichts Schlimmes an der Umwandlung, denn er wurde von religiösen Eltern von Geburt an auf das „große Ereignis" vorbereitet und empfindet seine Rettung eher als Entführung. Deswegen versucht Lev auch gefunden zu werden und zur Polizei zu gelangen, so dass sich die Wege der drei bald wieder trennen.

Schnell wird klar, dass es noch viele weitere geflohene Wandler gibt und eine Art Untergrundorganisation existiert.


Aufbau: 
Vollendet ist in sechs Teile und diese in viele, kurze Kapitel unterteilt. Mit jedem Kapitel wechselt auch die Perspektive. Es ist größtenteils – bis auf einige Ausnahmen in denen die Sichtweise eines Wächters, einer Lehrerin oder einer Ärztin gezeigt werden - aus der Sicht von Connor, Risa und Lev geschrieben. Durch die wechselnde Erzählperspektive bleibt das Buch spannend und man fühlt sich gut in die drei Charaktere ein. Der Spannungsbogen ist meist gut gezeichnet, so dass es nicht langweilig wird.


Fazit:
Neal Shusterman schafft eine nüchterne und teilweise beklemmende Welt und regt seine Leser zum Nachdenken an. 
»Aber wenn jeder Teil von dir am Leben ist«, sagt Hayden, »nur eben in jemand anderem … lebst du dann, oder bist du tot?«
Diese Frage stellt sich in Vollendet mehrmals und wird von den Charakteren in unterschiedlicher Art und Weise beantwortet, so dass dem Leser mehrere Denkanstöße gegeben werden.

In der Mitte des Buches wird die Geschichte kurzzeitig etwas langatmig und trotz der (eher sparsamen) gesellschaftskritischen Momenten handelt es sich um einen abenteuerlastigen Jugendroman, der manchmal etwas von einem Road Trip hat.



           

Alles in allem gebe ich Vollendet 4 gute Herzen, denn das Buch war spannend und flüssig zu lesen, aus der Grundidee hätte man jedoch meiner Meinung nach mehr herausholen können. Meine Hoffnungen hierbei ruhen auf dem im Sommer 2013 zweiten erscheinenden Teil. 

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